Sonntag, 7. September 2008

Namaste...



.... so begrüßt man sich hier. Die Sprache nennt sich "Cannada" und "Namaste" heißt so viel wie "Guten Tag".
Zu aller erst einmal - mir gehts super gut. Bin total von der indischen Kultur üerwältigt, vielleicht gerade wegen ihrer Andersartigkeit. Aber was ist an Indien so anders? Hier ein paar kulturelle Unterschiede.
Der wohl herausragenste Unterschied ist die Benutzung der Toilette. Es ist nicht das Loch im Boden, nicht das Hinhocken, nicht das Spülen mit dem Eimer - es ist die Tatsache, dass man kein Klopapier benutzt. Den ersten Tag klammert sich noch an dieses Relikt unserer Kultur, aber dies wird bald zur lästigen Problematik. Man kann das Klopapier nicht runterspülen, da sonst das Klo verstopfen würde, deswegen müsste man es in Plastikbeuteln sammeln und dann wegschmeissen - bei der Hitze eine eklige Sache. Von den innerlichen Zwängen ganz zu schweigen, welche man Besitzt, die Angst auf's Klo zu müssen und kein Klopapier dabei zu haben. Die indische Methode ist da wesentlich besser. Man lässt einfach Wasser über den Hintern fließen und putzt sich mit der linken Hand sauber. Und zur Überraschung ist es echt hygienisch. Man wäscht sich die Hände und gut ist. Aus diesem Grund ist die linke Hand die unreine und wird zum essen nicht benutzt.
Auch an die regelmäßigen Stromausfälle gewöhnt man sich hier. Manchmal sitzt man auch im Dunkeln auf dem Klo. Man duscht aus einem Eimer und der Müll landet auf der Straße. Müllabfuhr oder Mülleimer kennt man hier nicht. Die Kühe kümmern sich darum. Religion ist hier ein großes Thema. Ob Jung oder Alt, alle sind gläubig. Vielleicht kommt auch daher die Gastfreundschaft, dass man im Restaurant bestellt und die Rechnung auf's Haus geht, einfach um Fremden ein Geschenk zu machen, oder man in die Familie eingeladen wird, um ihren persönlichen Altar zu besichtigen. Wasser aus dem Hahn sollte man nicht trinken, und beim kauf einer Wasserflasche darauf achten, dass der Verschluss frisch ist. Auch gibt es hier 3 warme Mahlzeiten die richtig lecker schmecken. An das langsame Reisen gewöhnt man sich schnell. So braucht man z.B, für eine Strecke von 450km 12 Stunden. DasBeste aber ist, dass alles so billig ist. Seine Hemden lässt man eigens anfertigen. Man kauft Stoff, geht zum Schneider, lässt sich vermessen und holt 2 Tage später sein fertiges Hemd ab - für 6 Euro. Die Frauen müssen sich hier absolut bedecken. Auch Händchenhalten auf der Straße ist verboten. Frauen und Männer sind im Bus streng getrennt. Der Straßenverkehr ist absolut chaotisch und man sieht so manchmal ein Auto auf sich zurasen. Aber alles scheint im großen Planspiel berechnet zu sein. Tiere wie Ziegen, Kühe und viele Hunde laufen hier frei rum. Mensch und Tier leben Seit an Seit. Auch an das heiß-schwüle Klima gewöhnt man sich. Die Körpersprache ist auch komplett anders, so bedeutet ein seitliches Kopf-Wackeln soviel wie "Ok". Man sieht es ständig. Die große Leidenschaft der Inder ist es, sich fotografieren zu lassen. Sie stellen sich richtig in Pose und wollen dann die Bilder besichtigen. Besonders die Kinder - man muss schon auf seine Kamera aufpassen. Bei den Preisen ist vorsicht geboten, nur zu oft wird man versucht übers Ohr gehauen zu werden. Back to the roots - auch beim Wäsche waschen, denn die wäscht man hier noch per Hand. Das ist Indien, das ist ihre Kultur. Hoffe ich konnte euch einen Eindruck vermitteln. Ich liebe es und genieße zur Zeit jeden Moment, denn jeder ist gespickt mit kleinen Erlebnissen.

Mathe sigua - Bis später